{"id":7843,"date":"2013-12-09T12:23:00","date_gmt":"2013-12-09T11:23:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/?p=7843"},"modified":"2013-12-09T12:23:00","modified_gmt":"2013-12-09T11:23:00","slug":"getting-tough-the-race-ii","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/?p=7843","title":{"rendered":"Getting Tough The Race II"},"content":{"rendered":"<p>Einmal kein Marathon, aber daf\u00fcr umso anstrengender!<\/p>\n<p>Die etwas anstrengende Anreise nach Rudolstadt\/Th\u00fcringen\u00a0von \u00fcber 730 km bei tlw. starken Schneefall war sehr zerm\u00fcrbend, wir haben es gerade noch einige Minuten vor 20 Uhr geschafft unsere Startnummern abzuholen, um 21 Uhr mussten wir im Hotel sein um die Zimmerschl\u00fcssel abzuholen, wir haben aber alles rechtzeitig geschafft. Nach<br \/>\neinem guten deftigen Abendessen und dem einen oder anderen Bierchen gingen wir<br \/>\nschlafen, nach einer unruhigen Nacht, Treffpunkt um 7.30 Uhr zum Fr\u00fchst\u00fcck,<br \/>\ndanach Abfahrt zum Start. Das Wetter war \u00fcberraschender Weise recht gut, in der<br \/>\nNacht hat es ca. 2 cm geschneit, und es war fast windstill bei 0 Grad<br \/>\nAu\u00dfentemperatur, optimale Bedingungen. In kurzen Hosen T-Shirt und Handschuhen<br \/>\nbewaffnet gingen wir p\u00fcnktlich um 10 Uhr alle gemeinsam (Veranstalter, Ritter,<br \/>\nDuddelsackspieler, L\u00e4ufer, Begleitpersonen und wer noch wollte zum ca. 1 1\/2 km<br \/>\nentfernten Startgel\u00e4nde das war eine Menscheschlange von weit \u00fcber 2.000<br \/>\nPersonen. Nach einem gemeinsamen Gebet, wo 1.300 L\u00e4ufer am Boden knieten der<br \/>\nStartschuss, flankiert von 3 Flugzeugen, Rauchschwaden und 2 gro\u00dfen<br \/>\nWasserwerfern der Rudolst\u00e4tter Feuerwehr.<br \/>\nLos ging es gleich mal 50 m kriechend zu den ersten Wasserhindernissen, das ca. 4 Grad kalte Wasser war ein starker Schock, aber die Bem\u00fchungen auf der anderen Seite des Wassergrabens wieder rauszuklettern lie\u00dfen keine Gedanken an die Temperatur zu. Nach ein paar Hundert Meter, mussten wir durch die Saale, ein starker ca. 40 m breiter Fluss<br \/>\nmit starker Str\u00f6mung aber ca. nur 40 &#8211; 70 cm tief, die deutsche Bundeswehr hat<br \/>\nfreundlicherwei\u00dfe eine Panzerbehelfsbr\u00fccke f\u00fcr uns gebaut. Dann durften wir<br \/>\nendlich laufen, laufen, laufen. Die wundersch\u00f6ne ca. 23 km lange Laufstrecke mit<br \/>\nca. 1000 HM war fast nur im Wald und auf Feldern, da st\u00f6rte es uns auch nicht,<br \/>\ndass wir zwischen H\u00fcgeln st\u00e4ndig rauf und runter mussten, teilweise am<br \/>\nHinterteil runterrutschend, auch den Autoreifen den wir auf ca. 1 km<br \/>\nmitschleppen durften machte es irgendwie abwechslungsreich, durch den Schnee war<br \/>\nes ganz sch\u00f6n matschig, manchmal 10 cm tiefer schwerer Schlamm, bei der<br \/>\nZwischenzeitnehmung bei km 10,5 durften wir durch das Gep\u00e4ckabteil eines<br \/>\nAutobusses klettern und dann in 6 Gitterk\u00e4fige rein, raus, rein, raus, &#8230;&#8230;<br \/>\ndurch das Laufen trocknete die Laufbekleidung sehr schnell ab, auch der st\u00e4ndige<br \/>\nleichte Schneefall war nicht st\u00f6rend.<br \/>\nIrgendwann stand dann so bei km 17 eine gro\u00dfe Altpapierpyramide mitten im Weg, raufklettern, runterklettern, fertig<br \/>\nweiter&#8230;..<br \/>\nDazwischen ein St\u00fcck Banane und ein warmer Schluck Tee war wie<br \/>\nein 5 Stern Abendessen. Schon langsam, ca. 3 km vor dem Ziel, man h\u00f6rte schon<br \/>\nden Moderator im Freibad, bevor wir auf die Sturmbahn duften mussten wir sicher<br \/>\nso an die 100 m in einer U-Form durch ca. Brusthohes Wasser waten, dann kam aber<br \/>\nschon die Sturmbahn der deutschen Bundeswehr, eine Eskaladierwand nach der<br \/>\nanderen, Wasser-Schlammgr\u00e4ben, Schlammhaufen, brennendes Stroh, Kletterger\u00fcste,<br \/>\nBetonr\u00f6hren, durch zugewachsene R\u00f6hren kriechen, die Knie bluteten schon, jede<br \/>\nBer\u00fchrung mit dem Schlamm brannte wie Feuer, die kalten klammen Finger machten<br \/>\nes schon fast unm\u00f6glich irgendwo raufzuklettern und sich festzuhalten, aber<br \/>\nirgendwie ging es immer wieder, wenn eine Wand einmal zu hoch war, zahlreiche<br \/>\nhelfende L\u00e4uferh\u00e4nde warfen uns regelrecht \u00fcber die Hindernisse, sogar<br \/>\nFeuerwehrleute, die die Hindernisse betreuten, streckten uns im Schlamm und<br \/>\nWasser steckend ihre H\u00e4nde entgegen, so eine helfende Erfahrung macht G\u00e4nsehaut.<br \/>\nDie Sturmbahn war geschafft, dann noch schnell einen ca. 20 kg schweren Sandsack<br \/>\ngeschnappt und \u00fcber die 400 m Laufbahn getragen, das war ein Klacks. Aber dann<br \/>\nging es ins Freibad, ich muss diesmal zugeben, dass ich vor dem Freibad etwas<br \/>\nAngst hatte, die Erfahrung von den Kopfschmerzen beim Tauchen im letzten Jahren<br \/>\nhaben sich ins Gehirn eingebrannt (eingefroren), dann steht man am Beckenrand,<br \/>\nwei\u00df man muss ins 4 Grad kalte Wasser springen und unter 7 Baumst\u00e4mmen<br \/>\ndurchtauchen, das ca. 20 m lange Becken schien endlos zu sein, also rein ins<br \/>\nWasser, einfach Augen zu Luft anhalten und einmal und noch einmal unten durch,<br \/>\nnochmal Luftholen und mit einem Atemzug unter drei Baumst\u00e4mme durch, dazwischen<br \/>\nmusste man nat\u00fcrlich wieder auftauchen, dann noch mal Luft holen und die letzten<br \/>\nbeiden ohne zu atmen durch. Geschafft, die Leiter raufklettern und einige<br \/>\nMinuten sich bei der Palettenh\u00e4ngebr\u00fccke anstellen, beim gro\u00dfen Sportbecken<br \/>\nhaben sie eine H\u00e4ngebr\u00fccke gebaut, die am Wasser schwimmt, aber sobald man<br \/>\ndraufgeht langsam untergeht, die Paletten sind nur mit 2 Stahlseilen verbunden,<br \/>\nalso total beweglich, ich hab gesehen, wie sehr viele nach ein paar Schritten<br \/>\nschon Kniehoch im Wasser gingen, so schnell sind die Paletten gesunken, meine<br \/>\nTaktik war, so schnell als m\u00f6glich dr\u00fcberlaufen um ja nicht zu versinken,<br \/>\nstolpern w\u00e4re fatal, dann darf man den Rest rausschwimmen, hab alle meine Kraft<br \/>\nund Willen zusammengenommen und bin gelaufen wie wenn ein Krokodil hinter mir<br \/>\nwar, unter tosenden Applaus, rief der Sprecher ins Mikrofon, zieh zieh zieh, du<br \/>\nschaffst es, so war es auch nach ein paar Sekunden war ich dr\u00fcber ohne<br \/>\nunfreiwillig noch mal schwimmen zu gehen. eine helfende Hand st\u00fctzte mich \u00fcber<br \/>\ndie letzte Palette und ich war aus dem Wasser. Am Beachvolley Platz war das<br \/>\nkriechen im Sand nicht schmerzhaft aber unangenehm, die Nase tief im Sand<br \/>\nvergraben lud ich mir eine Ladung Sand in die Laufschuhe. Dann ging es Schlag<br \/>\nauf Schlag, ein Container mit Wasser gef\u00fcllt nach dem anderen, ein<br \/>\nNebellabyrinth, Holzhaufen, Autoreifen, kleine gr\u00f6\u00dfere Holzw\u00e4nde, wieder<br \/>\nWassercontainer mit Deckel drauf, wo aber endlich der erl\u00f6sende Satz kam: Das<br \/>\nist das letzte kalte Wasser!!! Juhuuuuu<br \/>\nUm den Sand aus den Laufschuhen zu bekommen, haben die gn\u00e4digen Veranstalter gedacht, schicken wir sie noch so Hundert Meter durch die Saale &#8230;&#8230;<br \/>\nEin paar Hundert Meter der &#8220;WALK OF FAME&#8221; wieder im Zielbereich die letzten ca. 30 Hindernisse, Panzer, W\u00e4nde, Ger\u00fcste, Lastw\u00e4gen mit Holzst\u00e4mmen, Lastw\u00e4gen mit Gummiteilen, \u00fcber zig Schrottautos dr\u00fcber und durch, eine Holzpyramide zum raufklettern, Strohpyramide, das Spinnennetzt, \u00fcber Seile raufklettern auf der anderen Seite runter, unz\u00e4hlige lange Betonr\u00f6hren mit scharfen spitzen Steinen die das<br \/>\nkriechen sehr schmerzhaft machten, ca. 2,50 m hohe Betonw\u00e4nde zum raufklettern &#8211;<br \/>\ndas so ca. 6 mal, irgendwann will und kann man nicht mehr, da aber beim &#8220;WALK OF<br \/>\nFAME&#8221; die Zuschauer in mehreren Reihen zuschauten will man nat\u00fcrlich keine<br \/>\nSchw\u00e4che zeigen, man klettert rauf springt runter, usw. dann gab es noch ein ca.<br \/>\n8 m hohes Kletterger\u00fcst wo wir auf der anderen Seite \u00fcber eine Stange<br \/>\nrunterrutschen mussten, so wie die Feuerwehr in den Filmen, ich sagte zu einem<br \/>\nM\u00e4del, das oben betreute, geht das wirklich, sie l\u00e4chelte mich an, sagte: &#8220;ja<br \/>\ngeht, runter mit dir&#8221; und schon rutschte ich hinab. Ein Danke von mir und zu den<br \/>\nletzten Betonkriechhindernissen dem Ziel entgegen. 10 St\u00fcck a 1 m waren es, die<br \/>\nZuschauer z\u00e4hlten nach jedem von 10 bis 0, die G\u00e4nsehaut war nicht mehr von der<br \/>\nK\u00e4lte sondern vom Erlebnis endlich das Getting Tough The Race II geschafft zu<br \/>\nhaben.<br \/>\nIm Ziel endlich die begehrte goldene schwere Medaille um den Hals<br \/>\nbekommen, mit einem hei\u00dfen Magnesium Drink ab ins Zelt zu Maurice und Christl,<br \/>\nich wollte nur noch w\u00e4rme und hinsetzen, der ganze K\u00f6rper zitterte ein<br \/>\nSch\u00fcttelfrost nach dem anderen begleitete mich, im Zelt angekommen, hab ich mir<br \/>\nnach einigen Minuten trockenes Gewand aus dem Auto geholt und schnell angezogen,<br \/>\nzur Heizung gesetzt und entspannt, eine Stunde sp\u00e4ter kam Basti zitternd und<br \/>\ntotal fertig, wir haben ihm gleich das Laufshirt ausgezogen, eine W\u00e4rmefolie um<br \/>\nden K\u00f6rper gewickelt, meine warme Jacke umgeh\u00e4ngt und vor die Heizung auf den<br \/>\nFu\u00dfboden gesetzt, lange sa\u00df er ersch\u00f6pft und zitternd vor dem Heizungsrohr,<br \/>\nandere Sportler boten ihm sofort Tee und Gl\u00fchwein an, obwohl jedem eiskalt war,<br \/>\nhaben sie sofort f\u00fcr ihn Platz gemacht, ein herzliches Danke. F\u00fcr mich ist<br \/>\nBastian der wahre Held dieses Rennens, das was er im letzten Jahr durchgemacht<br \/>\nhat, und dann das h\u00e4rteste Rennen Europas zu schlagen ist mir Worten kaum<br \/>\nauszudr\u00fccken. Ich bin Megastolz auf meinen Sohn.<br \/>\nNach einer he\u00ed\u00dfen Dusche und Unmengen Essen, fuhren wir noch zur Siegerehrung, a\u00dfen noch etwas und tranken ein Bier dazu. Ersch\u00f6pft aber Gl\u00fccklich fielen wir ins<br \/>\nBett,&#8230;.<\/p>\n<p>N\u00e4chstes Jahr sind wir sicherlich wieder am Start beim<br \/>\nh\u00e4rtesten Hindernisrennen in Kontinentaleuropa, Getting Tough The Race<br \/>\nIII<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.100marathonclub.at\/wp-content\/uploads\/IMG_2230.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7844\" alt=\"IMG_2230\" src=\"http:\/\/www.100marathonclub.at\/wp-content\/uploads\/IMG_2230-168x300.jpg\" width=\"168\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.100marathonclub.at\/wp-content\/uploads\/IMG_2230-168x300.jpg 168w, http:\/\/www.100marathonclub.at\/wp-content\/uploads\/IMG_2230.jpg 540w\" sizes=\"(max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/a><br \/>\nlg Bastian und Bernhard<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einmal kein Marathon, aber daf\u00fcr umso anstrengender! Die etwas anstrengende Anreise nach Rudolstadt\/Th\u00fcringen\u00a0von \u00fcber 730 km bei tlw. starken Schneefall war sehr zerm\u00fcrbend, wir haben es gerade noch einige Minuten vor 20 Uhr geschafft unsere Startnummern abzuholen, um 21 Uhr mussten wir im Hotel sein um die Zimmerschl\u00fcssel abzuholen, wir haben aber alles rechtzeitig geschafft. &hellip; <a href=\"http:\/\/www.100marathonclub.at\/?p=7843\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Getting Tough The Race II<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7843"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7843"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7843\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7845,"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7843\/revisions\/7845"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7843"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7843"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7843"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}