{"id":23746,"date":"2026-06-01T15:35:47","date_gmt":"2026-06-01T14:35:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/?p=23746"},"modified":"2026-06-01T15:37:33","modified_gmt":"2026-06-01T14:37:33","slug":"edinburgh-marathon-sonntag-24-mai-2026","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.100marathonclub.at\/?p=23746","title":{"rendered":"Harald Wurm &#8211; Edinburgh Marathon, Sonntag, 24.Mai 2026"},"content":{"rendered":"<p>Edinburgh Marathon, Sonntag, 24. Mai 2026<\/p>\n<p>Ich war noch nie in Schottland. Und da der Edinburgh Marathon heuer auf den Pfingstsonntag fiel, war die Gelegenheit wegen des verl\u00e4ngerten Wochenendes g\u00fcnstig. Ich flog schon am Donnerstag um 7 Uhr mit Ryan Air hin, um ein paar Tage f\u00fcr Sightseeing zu haben, was ich dann auch gleich am Freitag f\u00fcr die einst\u00fcndige Zugfahrt nach Glasgow nutzte. Schottlands gr\u00f6\u00dfte Stadt (ca. 620.000 Einwohner, 1950 noch mehr als eine Million!) hat nicht diesen mittelalterlichen Charme von Edinburgh, aber mit dem Riverside Museum am Flu\u00dfufer des Clyde, von Zaha Hadid Architects entworfen, ein noch junges Wahrzeichen. Das Museum ist dem Verkehr gewidmet, viele Oldtimer, Dampfloks, bis hin zur Glasgower U-Bahn-Garnitur und modernen Rennr\u00e4dern.<br \/>\nSamstag fr\u00fch ging es gleich zur Stadtnummernabholung, aber obwohl ich vor acht bereits dort war, gab es bereits eine lange Schlange und ich musste eine Dreiviertelstunde warten. Sp\u00e4ter hinkommen w\u00e4re besser gewesen, denn in der Fr\u00fch tummelten sich auch die 5- und 10km-L\u00e4ufer:innen am Start, die bereits Samstag Vormittag ihr Rennen hatten. Da k\u00f6nnten die Organisatoren etwas von Wien, Linz und Salzburg lernen, wie man Startpakete ohne Verz\u00f6gerung ausgibt und man keine f\u00fcnf Minuten wartet.<br \/>\nWeil ich noch den ganzen Tag vor mir hatte, machte ich mit dem Zug einen Trip nach Dundee, die viertgr\u00f6\u00dfte schottische Stadt, wo es das spektakul\u00e4re V&amp;A Designmuseum gibt. Gleich daneben liegt der Dreimaster Discovery im Trockendock, mit dem sich Robert Scott 1911 seinen dramatischen Wettlauf mit dem Norweger Roald Amundson zur Erstentdeckung des S\u00fcdpols lieferte. Dann machte ich noch einen Abstecher ins ber\u00fchmte Golf-Mekka Saint Andrews, das viel mehr als Golfpl\u00e4tze bietet: die verfallene Burg direkt an der K\u00fcste, die Ruinen der Kathedrale, die wirklich spektakul\u00e4r sind und zahlreiche Universit\u00e4tsgeb\u00e4ude mit vielen Cafes, Restaurants, etc. Das Wetter war herrlich, sonnig und 20 Grad, f\u00fcr Schottland fast schon kitschig im Mai.<\/p>\n<p>Sonntag, 10 Uhr, Marathonstart. Ich wohnte zum Gl\u00fcck nur 5 Minuten von der Startlinie entfernt, musste richtig die Zeit bis dahin totschlagen. Der Himmel war blau, die Stimmung sehr gut, 10.000 Marathon- und noch etwas mehr Halbmarathonl\u00e4uer:innen machten sich p\u00fcnktlich von der Innenstadt vorbei an zahlreichen Sehensw\u00fcrdigkeiten auf den Weg. Die Organisatoren schickten noch am Vortag ein Mail mit: Hitzewarnung! Man soll auf jeden Fall Sonnencreme verwenden und viel trinken, denn f\u00fcr die Schotten gelten mehr als 20 Grad bereits als Hitzewelle. Da w\u00fcrden sie in Bad Blumau nur milde dazu l\u00e4cheln\u2026<br \/>\nAlso ging es die ersten Kilometer bei ca. 17 Grad \u00fcber die Royal Mile mit Blick auf das Edinburgh Castle durch die Altstadt hinunter zum Bahnhof Waverly und dann zur\u00fcck Richtung Parlament und Holyrood Castle durch eine Parklandschaft hinaus an die Ostk\u00fcste. Puuh, ich merkte schon nach 5 Kilometern, es ist wirklich warm. Kein Wind und der sp\u00e4te Start um 10 Uhr sollte noch vielen zu schaffen machen. Dann nach ca. 7 Kilometern pl\u00f6tzlich \u2013 Sandstrand! Damit hatte ich jetzt wirklich nicht gerechnet. Beach Flair beim Edinburgh Marathon. Super Stimmung dort entlang der K\u00fcstenstra\u00dfe mit vielen Cafes und Pubs, man durchquert kleinere Ortschaften und quert schmale Br\u00fccken, die \u00fcber kleine B\u00e4che und Kan\u00e4le f\u00fchren.<br \/>\nIch war ambitioniert unterwegs, 10 km in 49 Minuten, Halbmarathon in 1:44, sogar eine halbe Minute schneller als eine Woche vorher in Salzburg. Das sollte nicht gut gehen. Bis km 27 konnte ich das Tempo noch halbwegs mit einem 5er-Schnitt pro km halten, doch dann musste ich deutlich nachlassen. Es gab beim Edinburgh Marathon auch keine Tempol\u00e4ufer, von denen man sich h\u00e4tte ziehen lassen k\u00f6nnen. Leicht wellig ging es immer weiter die K\u00fcste entlang, zum Gl\u00fcck gab es auch zunehmend Schatten, aber das machte die Beine nicht mehr leichter. Die letzten 10 Kilometer bis zum Ziel in Musselburgh waren ein Kampf, dankenswerter Weise gab es viele Fans, die auch wirklich lautstark anfeuerten. Die letzten 3 km kamen mir ewig vor, auch weil der Zielbogen wegen einer Biegung erst bei km 42 zu sehen war. Schlussendlich kam ich nach 3 Stunden und 38 Minuten an. Eh gut, aber ich m\u00f6chte ja immer, dass es mir auf der zweiten H\u00e4lfte auch gut geht, und da war ich dieses Mal einfach wieder zu leichtsinnig am Anfang.<\/p>\n<p>Fazit: eine wunderbare Stadt, tolle Stimmung in der Altstadt als auch beim Marathon. Zweigr\u00f6\u00dfter Marathon in UK nach London mit 9.900 Marathon-Finishern mehr als in Wien heuer. Aber man hat mehr Platz wie in Wien, daf\u00fcr ist die Organisation verbesserungsw\u00fcrdig: Mankos wie erw\u00e4hnt die Wartezeit bei der Startnummernabholung, daf\u00fcr kann man aber auch noch am Sonntag vor dem Lauf die Nummer abholen. Die Labestationen haben nur Wasser(Flaschen), keine Iso-Getr\u00e4nke und meist Gels, die aber schon aufgeschnitten sind und daher beim Hingreifen oft sehr klebrig sind (oder halb leer). Das Ziel ist 7 km vom Zentrum Edinburghs entfernt in Musselburg. Es gibt Shuttle- und Linienbusse zur\u00fcck, Tickets sind extra im Bus mit Kreditkarte zu kaufen. Wie auch das Bier im Zielbereich, daf\u00fcr ist das T-Shirt gratis. Und wer Bier, Whisky, Dudelsack und skurille Typen mag, ist in Schottland sowieso richtig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Edinburgh Marathon, Sonntag, 24. Mai 2026 Ich war noch nie in Schottland. Und da der Edinburgh Marathon heuer auf den Pfingstsonntag fiel, war die Gelegenheit wegen des verl\u00e4ngerten Wochenendes g\u00fcnstig. 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